Was sind Blutfette?
Der Begriff "Cholesterin" wird umgangssprachlich für Blutfette im Blut verwendet. Allerdings ist das Cholesterin nur ein Teil der Blutfette. Es gehören außerdem unter anderem die Triglyzeride und fettlösliche Vitamine dazu. Diese so genannten Lipide machen bei schlanken Erwachsenen etwa 18 bis 25% der Körpermasse aus.
Cholesterin
Den Hauptanteil der Nahrungsfette, ungefähr 90 Prozent, bilden die Triglyzeride (Neutralfette), zusätzlich von großer Bedeutung ist das Cholesterin. Cholesterin ist einerseits lebenswichtig für den Aufbau der Zellen, sowie die Bildung von Hormonen und Gallensäuren, andererseits kann es sich in einer bestimmten Zusammensetzung - dem sogenannten LDL-Cholesterin- an den Gefäßinnenwänden ablagern und zur Verengung der Gefäße führen. Aus der Nahrung nimmt der Körper täglich 200-800mg Cholesterin auf. Außerdem produziert der Körper selbst ca. 1000 - 1500mg Cholesterin pro Tag.
Man spricht von einem erhöhten Cholesterinspiegel bei einem Wert über 220mg/100ml. Erhöhte Cholesterinwerte müssen nicht unbedingt ernährungsbedingt sein. Angeborene Störungen des Cholesterinstoffwechsels können zu erhöhten Werten führen. Außerdem ist der Cholesterinwert in der Schwangerschaft erhöht.
Häufige Ursachen für einen erhöhten Cholesterinspiegel sind:
- Übergewicht
- zu fettreiche Ernährung
- hoher Alkoholkonsum
- Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen
- erbliche Erkrankungen
- Schilddrüsenunterfunktion
- Krankheiten der Leber, Gallenwege oder Niere
- Medikamente z. B. Antibabypille, Kortison, harntreibende Mittel.
Lipide
Lipide lösen sich im Wasser fast gar nicht. Sie sind wie Öltropfen im Wasser der einen Ölfilm bildet. Im Blut können sich nur sehr kleine Lipide lösen. Größere Fettmoleküle müssen sich mit Eiweißen verbinden, um transportiert werden zu können. Der Komplex aus Lipid und Eiweiß heißt Lipoprotein. Lipoproteine sind die Transporter für Lipide im Blut. Der Lipidanteil befindet sich dabei im Inneren des Moleküls, der Proteinanteil außen. Da die Proteine wasserlöslich sind, können so die Lipide im Körper transportiert werden.
Es gibt verschiedene Arten von Lipoproteinen wie die Triglyzeride, Phospholipide, Cholesterin und fettlösliche Vitamine.
1) Chylomikronen transportieren Lipide aus der Nahrung zum Fettgewebe, damit sie dort gespeichert werden können
2) Very low density Lipoproteine (VLDL) entstehen in den Leberzellen. Sie enthalten vor allem Lipide, die der Körper selbst hergestellt hat. VLDL transportieren Triglyzeride zu den Fettzellen. Dort entstehen daraus Low density Lipoproteine (LDL).
3) Low density Lipoproteine (LDL) transportieren etwa 75% des gesamten Cholesterins im Blut und liefern es zu den Körperzellen. Hier wird es für die Reparatur von Zellwänden und zur Produktion von Steroidhormonen verwendet.
4) High density Lipoproteine (HDL) entfernen überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und aus dem Blut und transportieren es zur Leber, wo das Cholesterin abgebaut wird.
Kommen im Körper zu viele LDL vor, deponieren die LDL das Cholesterin nicht nur in den Körperzellen, sondern lagern es auch in der Muskelschicht der Schlagadern (Arterien) ab. So kann eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) entstehen. Arteriosklerose ist ein wichtiger Risikofaktor für einen Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen im Gehirn (Schlaganfall), an den Beinen (der periphere arterielle Verschluss), im Bauch und in anderen Bereichen führen. LDL bezeichnen manche Mediziner deshalb als "schlechtes" Cholesterin.
HDL entfernen überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und dem Blut und bringen es zur Leber, wo es entsorgt wird. HDL verhindern also, dass sich zu viel Cholesterin im Blut ansammelt und in den Blutgefäßwänden abgelagert werden kann. Deshalb heißt HDL mitunter "gutes" Cholesterin.
Ernährt man sich sehr fettreich, stellen die Leberzellen mehr VLDL her. Dadurch entstehen später mehr LDL und das Risiko für eine Arteriosklerose steigt.
Mit Hilfe der Auswertung einer Blutentnahme im medizinischen Labor kann der Arzt die verschiedenen Lipoproteine einzeln messen und so das individuelle Risiko für z.B. eine Arteriosklerose abschätzen.





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