Jeder zweite aller über 60-Jährigen leidet heutzutage unter Arthrose (Gelenkverschleiß). Meist sind es Knie und Hüfte, die von Jahr zu Jahr mehr Schmerzen bereiten. Aber auch andere Gelenke können sich abnutzen. Arthrose ist nicht nur eine Frage des Alters, auch viele junge Menschen haben damit zu kämpfen.
Arthrose ist der Verschleiß der Knorpelschicht, die die Gelenkflächen innen schützt. Wie stark der Verschleiß fortschreitet, ist jedoch unterschiedlich. Veranlagung, Fehlstellungen, zum Beispiel der Hüften, und bestimmte Erkrankungen, etwa Osteoporose oder Gicht, können Gelenkschäden beschleunigen. Häufig bleibt auch die Lebensweise nicht ohne Folgen für unsere Gelenke: Prominente Risikofaktoren sind Bewegungsmangel und Übergewicht auf der einen Seite, extreme Beanspruchung und falsche, oft einseitige Belastungen auf der anderen.
Zu wenig Bewegung schadet, zu viel mitunter auch. Wer aber seine Gelenke kaum fordert, kann ihnen ebenso zusetzen wie ein Leistungssportler, der sie zu intensiv oder zu einseitig belastet. Wichtig ist, immer körperlich aktiv zu bleiben.
Eine wesentliche Rolle bei Entstehung der Arthrose kann auch eine ererbte (genetische) Minderbelastbarkeit der Gelenkscheibe spielen.
Therapien:
1.) Gewichtsreduktion
Bei stärkerem Übergewicht sollte unbedingt unter ärztlicher Kontrolle eine konsequente Gewichtsreduktion durchgeführt werden. Der Druck des erhöhten Körpergewichts auf den empfindlichen Gelenkknorpel ist auf Dauer schädlich und verhindert die Therapieerfolge.
2.) Orthopädietechnische Maßnahmen
Bei ausgeprägtem X- oder O-Bein kann der orthopädische Schuhmacher auf Verordnung des Facharztes durch z.B. Außen- bzw. Innenranderhöhung der Schuhe den Druck auf den geschädigte Gelenkanteil senken und somit das Gehen erleichtern.
3.) Physiotherapie und physikalische Therapie
Eine fachkundige physiotherapeutische Behandlung ist oft dringend erforderlich, um eine weitgehend normale Gelenkbeweglichkeit wiederherzustellen und eine kräftige gelenkführende und gelenksichernde Muskulatur aufzubauen. Ein guter Muskelzustand reduziert die Aktivität der Arthrose und hilft, die Entstehung von Reizzuständen zu vermeiden.
4.) Kortisontherapie
Zur Behandlung von sogenannten aktivierten Arthrosen (mit wiederholter Schwellneigung) eignet sich die Injektion von Corticoiden (Kortison) in einer Mischspritze mit einem Lokalanästhetikum direkt in das betroffene Gelenk. Hierdurch gelingt es häufig, Entzündungen der Gelenkschleimhäute und daraus resultierende starke Schwellungen zum abklingen zu bringen und den Schmerz zu lindern.
5.) Hyalurontherapie
In den letzten Jahren ist die Gelenkinjektion von Hyaluronsäure stark in die erste Reihe der therapeutischen Maßnahmen zur Arthrosebekämpfung getreten. Die synthetisch hergestellte Hyaluronsäure kommt auch physiologischerweise in unserem eigenen Körper vor und wird u.a. von den Knorpelzellen und den Zellen der Kapselinnenschicht als Puffer und Gleitfilm für den Gelenkknorpel produziert. Die ins Gelenk gespritzte Hyaluronsäure ist imstande, das Gelenkmilieu zu verbessern und zur Produktion von höherwertigem und belastbarem Ersatzgewebe anzuregen in Verbindung mit einer stabilisierten Nachproduktion von körpereigener Hyaluronsäure.
6.) Pulsierende Magnetfeld-Therapie
In den letzten Jahren hat sich die Anwendung von pulsierender Magnetfeldtherapie (siehe Abbildung links) in der Arthrosebehandlung überaus gut etabliert. Die gepulsten energiereichen Magnetfelder verbessern nachweislich den Zellstoffwechsel im Gelenk und steigern somit den Knorpelaufbau.
7.) Kältetherapie (Kryotherapie)
Kältetherapie wird vor allem in der entzündlichen Phase der Arthrose als angenehm empfunden und wirkt abschwellend und entzündungshemmend.
8.) Wärmebehandlung
In der chronischen Phase ist das Verschleißgelenk auch oft einer Wärmebehandlung sehr zugänglich; die Muskelspannung wird erniedrigt und die Gewebeelastizität verbessert.
9.) Niederfrequente Ströme und Schwellenströme
Niederfrequente Ströme wirken schmerzlindernd. Schwellenstrom unterstützt die Reizung erschlaffter Muskulatur; hochfrequente Ströme bewirken eine starke Erwärmung und Beschleunigung von Stoffwechselvorgängen. Anwendung findet auch die Iontophorese mit lokaler Einbringung von Salben mit antientzündlicher Wirkung.
10.) Medikamentöse Behandlung
Zur symptomatischen Behandlung der Schmerz- und Entzündungsreaktionen lassen sich sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika und Cox-2-hemmer gut einsetzen. Diese Medikamente helfen bei der Beseitigung von Schmerzen und Schwellungen.
11.) Antioxidantien
Viele Patienten schwören auf die Wirksamkeit von Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E) sowie von Selen, Kupfer und Zink. Wissenschaftliche Beweise über deren Wirksamkeit stehen aus. Die Einnahme von Enzymen (z.B. Wobenzym) hilft nachweislich bei Gelenkschwellungen.
Die Einnahme von Knorpelbausteinen (Glucosaminsulfat , Chondroitin) ist erfahrungsgemäß eine sinnvolle und wissenschaftlich untersuchte Ergänzung zur Arthrosetherapie.





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